Tschernobyl

Anja Oehm, Rosenthal-Bielatal/Sachsen, Deutschland

Die Hilfe für Tschernobyl-Betroffene war und ist für mich auch immer ein Stück Völkerverständigung und Geschichtsbewältigung. Niemals vergessen mein Sohn und ich den Besuch bei einem alten Maler, nahe der Tschernobylzone. Dessen Frau drehte sich weg, wollte den 16jährigen nicht begrüßen. Der Maler sagte leise zur Erklärung, sie habe im Krieg mitansehen müssen, wie ihre gesamte 10köpfige Familie vor ihren Augen von jungen deutschen Soldaten erschossen wurde. Diese Erinnerung hatte sie gerade eingeholt! Am Ende unseres Besuches umarmte sie uns dennoch. Wir waren doch als Helfer gekommen. Das war eine von vielen berührenden Begegnungen mit Menschen in Belarus, denen durch den deutschen Überfall auf ihr Land 1941 und den anschließenden Ausrottungsfeldzug unermessliches Leid widerfahren war.

Wir möchten in diesen Tagen mit Gedanken von Deutschen und Belarusen an 35 Jahre Tschernobyl und wie es in unsere Gegenwart wirkt, erinnern. Wenn auch Sie sich daran beteiligen möchten, schicken Sie Ihren Text und Ihr Foto an: heike@eckoldt.de​. Vielen Dank.

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