Tschernobyl

Kerstin Hübener, Pirna/Sachsen, Deutschland

Vor 35 Jahren geschah die furchtbare Reaktorkatastrophe in Tschernobyl, die unendliches Leid für so viele Menschen brachte.

Im Rüstzeitheim Rosenthal-Bielatal werden seit 1992 immer zu Beginn des Jahres 25 Kinder im Grundschulalter mit ihren Betreuernn aus den verstrahlten belarusischen Gebieten zum Erholungsaufenthalt begrüßt. Tief ziehe ich meinen Hut vor dem großen Engagement der Projektgruppe, mit viel Herzblut, Ideenreichtum und persönlichem Einsatz gestalten sie diese Zeit und lassen sie zu einem unvergesslich schönen Erlebnis für die Kinder werden.

Als Atze-Verein sind wir sehr glücklich, die Kinder seit einigen Jahren auch bei uns im Soziokulturellen Zentrum Pirna-Sonnenstein willkommen heißen zu können. Für einen Nachmittag spielen und singen wir gemeinsam, lernen uns kennen und erfahren dabei etwas vom Leben der Menschen in Belarus. Zusammen mit den Besuchern unseres Zentrums erleben wir frohe, emotionale Stunden in großer Runde. Die Begegnungen mit den Kindern, ihre Geschichten, die kraftvollen Lieder und anrührenden Gedichte bringen viel Freude, lassen uns nachdenklich werden und berühren unser Herz. Denken wir an Tschernobyl, dann haben wir die Gesichter dieser Kinder vor unseren Augen: Oft blass, schmal, mit ernsten Augen, die vor Freude leuchten, wenn wir sie mit einem Spaß überraschen oder zum Lachen bringen können.

Eine wunderbare Zusammenarbeit hat sich mit vielen Partnern in Pirna entwickelt, wofür wir sehr dankbar sind. Ein jeder freut sich, wenn die Kinder wieder da sein können und bringt sich ein – ob mit kleinen Geschenken, Gitarrenklängen mit fröhlichen Bewegungsspielen oder einem Pfannkuchenschmaus.

Sehr hilfreich bei den Gesprächen mit den Kindern sind auch immer Leute, die mit ihren Russischkenntnissen dolmetschen sowie auch die Texte der Lieder übersetzen. Durch unsere engen Kontakte zu den Bewohnern des Sonnensteins, die aus Belarus stammen, ist es besonders schön zu erleben, wie sie mit den Kindern sprechen, Erinnerungen teilen und ihnen verbunden sind.

Eine wunderschöne, seit vielen Jahren etablierte Tradition zum Abschlussfest in Rosenthal ist die Aufführung eines Märchenspiels für die Kinder. Dazu hat sich eine kleine „Theatertruppe“ zusammengefunden, die Jahr für Jahr mit viel Freude für die Kinder spielt – jetzt bereits einige Jahre „Schneewittchen“.

Die Kinder von Tschernobyl unbeschwert und gesund zu erleben – die größte Freude, die alle Akteure eint. Hoffen wir gemeinsam, dass sie uns im nächsten Jahr wieder besuchen können. Mögen wir uns auch zukünftig solidarisch anhaltend und nachhaltig finden!

Wir möchten in diesen Tagen mit Gedanken von Deutschen und Belarusen an 35 Jahre Tschernobyl und wie es in unsere Gegenwart wirkt, erinnern. Wenn auch Sie sich daran beteiligen möchten, schicken Sie Ihren Text und Ihr Foto an: heike@eckoldt.de​. Vielen Dank.

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